• Audio Insight –

  • Branchenexperten im Interview

  • Skills bieten einen neuen auditiven Kanal

Rainer Henze, Gründer und Vorstand bei laut.fm, erklärt im Interview, welche Herausforderungen die rasante Entwicklung der Smartspeaker an den Markt stellt und welche Chancen sich über den neuen, auditiven Kanal zum User für Publisher ergeben.

  • Welche Rolle spielen Sprachsteuerung und Smart Speaker für Publisher und Marken?

Smartspeaker verbreiten sich rasanter als das Smartphone nach dem Marktstart des iPhones. Wir können davon ausgehen, dass ein Großteil unserer Interaktion mit digitalen Plattformen künftig per Sprache gesteuert sein wird. Diese Entwicklung eröffnet allen Publishern und Marken einen neuen, auditiven Kanal zum Kunden. Das ist toll, es bietet etliche Möglichkeiten für ganz neue, interaktive Formate. Aber man muss sich natürlich auch die Frage stellen: Wie klingt eigentlich meine Marke? Audiobranding wird extrem wichtig. Radiopublisher haben hier einen gewissen Kompetenzvorsprung. 

  • Warum hat laut.fm einen eigenen Skill entwickelt?

Der Amazon Echo ist zunächst mal ein Lautsprecher, für uns als Audioangebot also ein weiterer Ausspielweg und insofern war klar, dass wir darauf bequem und zuverlässig zu hören sein wollen. Dafür ist ein eigener Skill unerlässlich. Wir haben schnell gespürt, welche völlig neuen Perspektiven sich da auftun und mittlerweile – neben unserem Haupt-Skill, der alle 3.500 laut.fm-Sender aggregiert und personalisierte Empfehlungen gibt – dutzende weitere Skills entwickelt. Die Technologien und Tools entwickeln sich nahezu täglich weiter, das macht großen Spaß und bietet viele Learnings in UX-Fragen. Das Interaktions-Design für Audiointerfaces unterscheidet sich fundamental vom herkömmlichen Screendesign. Unser Gestaltungsparadigma lautet heute nicht mehr Mobile First sondern Voice First!

  • Wie ist das Feedback zu der Entwicklung aus dem Markt und seitens der User?

Das User-Feedback, das wir aus Skillstore-Bewertungen und Mails bekommen, ist fantastisch. Klar steckt alles noch in den Kinderschuhen, viele Features, die uns vorschweben sind momentan noch nicht umsetzbar und auch die Erkennung komplizierter Sendernamen ist nicht immer fehlerfrei. Es ist ein permanentes Ausprobieren, Messen, Optimieren und wir verwenden einen nicht unwesentlichen Teil unserer Entwicklungsressourcen auf das Thema. Die User wissen das sehr zu schätzen. Und auch aus dem Markt spüren wir von Werbekunden eine große Neugier. Es ist wichtig, jetzt in Voice und Audio zu investieren, Learnings zu generieren und sich so einen Vorsprung zu sichern. Abwarten ist jedenfalls keine Option, das haben viele Brands schon begriffen.