• Audio Insight –

  • Branchenexperten im Interview

  • Die deutsche Podcast-Szene ist wie ein begehrtes In-Lokal

Matze Hielscher, Gründer und Geschäftsführer von Mit Vergnügen, zeigt seine Sicht zum Status des deutschen Podcast-Markts und wie sich Inhalte und Vermarktung weiterentwickeln werden.

  • Wie schätzt Du den aktuellen Podcast-Markt in Deutschland ein? Gibt es zu viele/zu wenige Angebote? Was fehlt noch?

Aktuell sieht die deutsche Podcast-Szene wie ein begehrtes In-Lokal aus. Es haben gerade ganz viele Menschen für sich entdeckt, dort gegessen und es für gut befunden. Jetzt wird die Schlange vor dem Restaurant immer länger. Entweder das Lokal kann jetzt liefern oder eben nicht. So sieht es derzeit aus. Podcasts sind immer noch ein kleiner Markt, aber viele Interessenten wollen jetzt in diesen Markt rein. Ob in dem Restaurant genug Plätze für alle vorhanden sind, wird sich zeigen.

  • Was beschäftigt zurzeit die Publisher? Steht für Podcaster die Professionalisierung, die Reichweite oder die Monetarisierung im Vordergrund?

Momentan ist der Prozess noch sehr händisch und kleinteilig. Jeden einzelnen Schritt muss man als Produzent selbst machen: Mit jedem Advertiser reden, jede Folge auf verschiedenen Portalen hochladen und jede Werbebotschaft selbst einsprechen. Aktuell fehlt es hier an der Prozessautomatisierung. Die Produktion muss schneller und leichter gehen. Natürlich ist es viel Arbeit, den Content zu kreieren, aber das Drumherum muss vereinfacht werden. 

  • Was ist „the next big thing“ im Podcast-Bereich? Welche Innovationen erwarten die Hörer?

In Zukunft werden sich nicht mehr nur zwei Leute unterhalten. Das Format wird sich weiterentwickeln. Die User werden genug vom Moderatoren-Doppel haben, das sich selbst für lustig hält. Natürlich gibt es sehr witzige Menschen, aber ein gutes Gespräch ist noch lange kein unterhaltsamer Podcast. Das Publikum wird die Podcaster dazu zwingen, andere Formen zu produzieren die zu uneigenständigen Formate mit Desinteresse abstrafen.