• Audio Insight –

  • Branchenexperten im Interview

  • „Das Smartphone ist die Kommandozentrale für vernetztes Leben“

Wie das Smartphone unser Leben beeinflusst, welche Herausforderungen und Chancen sich dadurch für Werbetreibende ergeben, die ihre Zielgruppen auch unterwegs ansprechen wollen, erklärt Florian Gmeinwieser, Mobile Marketing Experte, im Interview.

  • Die mobile Nutzung von Medienangeboten, von Search, Social und Angeboten wie Carsharing etc. wächst seit Jahren dynamisch – in der ersten Phase getrieben von der Verbreitung digitaler Endgeräte. Welche Trends befeuern diese Entwicklung aktuell?

Es kommt tatsächlich nicht mehr so sehr auf die Hardware an, die Devices sind da, die maximale Bildschirmgröße, die für Smartphones noch annehmbar ist, ist erreicht. Hier finden nur noch marginale Optimierungen statt. Viel wesentlicher ist, was auf diesen Devices passiert. Sprich, entscheidender Faktor für die weiterhin dynamische Verbreitung mobiler Endgeräte ist die Software. Was für Apps gibt es, welche Anwendungen erleichtern mir meinen Alltag, wie kann ich alles mittels meines Smartphones oder Tablets steuern? Was erleichtert mir die Vernetzung? Wie kann ich alles immer und überall dabei haben und nutzen, wann und wo ich will?

  • Steuern wir hier bereits auf einen Massenmarkt zu?

Definitiv! Die Nutzungssituationen sind da, der Bedarf, Medieninhalte zu jeder Zeit an jedem Ort zu konsumieren ist da. Mobile Devices werden als Werkzeuge angesehen. Alles, was man miteinander vernetzen kann, funktioniert aktuell nur über das Smartphone oder Tablet. Jetzt kommt es darauf an, dass Unternehmen begreifen, wie sie optimal auf diesen mobilen Devices stattfinden können, um ihren Zielgruppen einen Mehrwert zu bieten.

  • Diese mobile Zielgruppe – wir nennen sie „Generation Kopfhörer“ – ist per Smartphone always on und das wirkt sich auch auf ihr Konsumverhalten aus. Welche Schlüsse müssen Unternehmen daraus ziehen?

Wichtigster Punkt, den Unternehmen begreifen sollten, ist sicherlich, dass sich das Internet zum Outernet wandelt. Es ist durch die Verbreitung mobiler Endgeräte überall dabei, auch an Orten, die bisher komplett analog waren. Was bis dato der Shop war, indem ich meine Marke anfassbar gemacht habe, ist irgendwann die Website oder der Webshop geworden. Und die nächste Evolutionsstufe ist das mobile Device: Die Konsumenten erwarten, dass sich eine Marke entsprechend präsentiert. Unternehmen müssen also zwingend mobil stattfinden, und das mit einem anständigen, ansprechenden und konsumentenorientierten Auftritt. Wer in der mobilen Welt nicht stattfindet, findet früher oder später überhaupt nicht mehr statt.

  • Und dennoch scheint Mobile den Durchbruch noch nicht wirklich geschafft zu haben, auch wenn Nielsen beeindruckende Zahlen vorlegt (Q1 2015: 47,3 Mio. Euro, Q1 2014: 28,5 Mio. Euro). Ist das auch Ihr Gefühl?

Mobile ist derzeit noch eindeutig unterrepräsentiert. Man gewinnt den Eindruck, dass Unternehmen gern anderen erst einmal den Vortritt lassen wollen, weil es noch wenige Werbewirkungsnachweise und somit wenig Erfahrungen gibt. Dabei ist zu große Vorsicht immer ein schlechter Berater. Woher sollen die Werbewirkungsnachweise kommen, wenn niemand sich traut, den ersten Schritt zu gehen? Aber ich gehe davon aus, dass sich diese Haltung künftig rapide wandeln wird.

  • Wie lässt sich Mobile intelligent in die Kommunikationsstrategie integrieren?

Hier gibt es keine Universallösung über alle Branchen hinweg. Hier heißt es kreativ sein! So vieles ist bereits auf Smartphone, Tablet und Co. möglich, die Unternehmen müssen sich nur mehr trauen.

  • Welche Werbemittel bieten die größten Potentiale für Werbebotschaften im mobilen Kanal?

Die Nutzer sind sich durchaus bewusst, dass sie viele Anwendungen nur kostenlos nutzen können, wenn sie die Werbung akzeptieren. Eine große Chance sehe ich im Bereich der mobilen Audiowerbung. Hier hat das Fraunhofer Institut eine kleine Revolution auf den Markt gebracht, die für ein ganz neues Audioerlebnis sorgt. Mit „Cingo“ hat das Fraunhofer Institut ein Pendant zum mp3-Format entwickelt, aber mit einer unvergleichbaren Klangqualität, die es so gerade im mobilen Bereich noch nie gegeben hat. Das ist ein Erlebnis, als ob die Band drei Meter vor einem steht und spielt. So wird das Smartphone noch mehr zur Entertainment-Zentrale, weil die Qualität – sei es Klang oder Optik – durch neue Technologien wie Cingo dramatisch verbessert werden. Das wird gerade der Audiobranche einen enormen Schub verleihen.