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  • Branchenexperten im Interview

  • Carsharing als Wachstumstreiber

Im Juni dieses Jahres ist auch Opel ins Carsharing-Geschäft eingestiegen, und zwar mit CarUnity – der Carsharing-Community, powered by Opel. Im Interview spricht Dr. Jan Wergin, Direktor Opel Community Carsharing, über strategische Ziele und Zielgruppen und erläutert die positiven Effekte für die Marke Opel, die von diesem neuen Angebot ausgehen. 

  • Sharing ist einer DER Gesellschafts-Trends schlechthin. Was hat Opel zum Einstieg in diesen Markt bewegt – und welche strategischen Ziele verfolgen Sie mit den Plattformen CarUnity und flinc?

Wergin: Carsharing gewinnt in der modernen „Sharing Economy“ mehr und mehr an Bedeutung. Ein Automobilhersteller muss in Zukunft mehr bieten als „nur“ überzeugende Fahrzeuge – er muss sich auch als Mobilitätsdienstleister verstehen. Deshalb haben wir das innovative Community-Carsharing-Konzept CarUnity gestartet und uns am Online-Mitfahrnetzwerk flinc beteiligt. Mit CarUnity bieten wir als erster Automobilhersteller Carsharing für alle. Jede Privatperson kann auf CarUnity sein Auto vermieten – egal um welche Marke es sich handelt.

  • „Vernetzte Mobilität“ ist mittlerweile ja zum geflügelten Wort geworden – was bedeutet es konkret für Opel?

Wergin: Die automobile Welt ändert sich. Vernetzung ist ein elementarer Bestandteil der Mobilität der Zukunft. Der technologische Fortschritt und die Digitalisierung des Lebens führen dazu, dass Autos zum Teil des Internets der Dinge werden. Dadurch ergeben sich völlig neue Anforderungen für Automobilhersteller, aber auch neue Geschäftsmodelle. Automobilhersteller müssen auch Mobilitätsdienstleister sein. Das tun wir – mit CarUnity und unserer Beteiligung am Online-Mitfahrdienst flinc. Mit unserem neuen persönlichen Online- und Serviceassistenten Opel OnStar setzen wir zudem in Sachen Vernetzung im Volumensegment Maßstäbe – unsere Autos werden damit zum mobilen, leistungsstarken 4G/LTE-WLAN-Hotspot.

  • Wie unterscheidet sich CarUnity gegenüber dem Wettbewerb und was hat Opel überhaupt dazu veranlasst, sein Carsharing-Konzept komplett anders als z. B. BMW oder smart aufzuziehen?

Wergin: Mit CarUnity sind wir der erste Automobilhersteller, der Peer-to-Peer-Carsharing ermöglicht – also Carsharing für alle. Unser innovatives Konzept ist unmittelbar flächendeckend in Deutschland umsetzbar und macht jederzeit eine flexible Nutzung individueller Mobilität möglich – auch in ländlichen Räumen und in kleinen Ortschaften. Das private Autoteilen passt zur Marke, schließlich ist Nahbarkeit einer unserer Markenwerte.

  • Sie vermitteln über CarUnity ja lediglich private Fahrzeuge und stellen keinen eigenen Fuhrpark zur Verfügung. Warum zahlt CarUnity aus Ihrer Sicht dennoch positiv auf die Marke Opel ein, wenn das Carsharing auch mit anderen Marken durchgeführt wird?

Wergin: Individuelle Mobilität ist für uns ein Grundbedürfnis, das wir mit CarUnity verwirklichen helfen. Wir verstehen uns als innovativer Mobilitätsdienstleister, der neue Wege geht. So denken wir auch Carsharing anders als viele Wettbewerber und bieten mit CarUnity eine offene Plattform. Durch die Einbindung unserer Händler und Mitarbeiter bringen wir trotzdem viele CarUnity-Nutzer ans Steuer unserer neuen und modernen Opel-Fahrzeuge. Das Geschäft mit modernen Mobilitätsformen birgt – auch in den unterschiedlichsten Ausprägungen – große Wachstumspotenziale.

  • Welche Zielgruppe wollen Sie mit der neuen Plattform in erster Linie erreichen? Und werden speziell jüngere Zielgruppen aus Ihrer Sicht demnächst vielleicht sogar gänzlich vom Autokäufer zum Carsharing-User?

Wergin: Mit CarUnity führen wir viele junge Menschen an die Marke Opel heran. Für diese Zielgruppe ist in Teilen vielleicht heute das eigene Auto noch keine Option; im Laufe eines Lebens ändert sich diese Einstellung aber häufig. Das Auto hat seinen Reiz nicht verloren.

  • Ein Blick in die Zukunft: Wie wird das Angebot denn bisher angenommen, und welche mittel- bis langfristigen Ziele haben Sie sich gesetzt? Planen Sie weitere Ausbaustufen?

Wergin: CarUnity ist vielversprechend gestartet: Die kostenlose CarUnity-App hat mittlerweile mehr als 6.000 Nutzer. Auf der Plattform sind zudem mehr als 1.500 Autos verfügbar. Damit sind wir sehr zufrieden – zumal CarUnity bislang nur im Rhein-Main-Gebiet intensiv beworben worden ist. Nun wollen wir die Bekanntheit von CarUnity deutschlandweit steigern – und damit auch unsere Nutzerzahlen. Dazu geben wir nun in Berlin – der Carsharing-Hauptstadt Deutschlands – Gas. Zudem werden wir die Technologie von flinc in CarUnity integrieren, um unseren Kunden einen noch umfassenderen Mobilitätsansatz bieten zu können. Wir haben noch Spannendes vor – da können Sie sicher sein.

  • Welche Rolle spielen für Opel Word Of Mouth-Kommunikation und redaktionelle Tests, wie kürzlich im Radio bei HIT RADIO FFH durchgeführt?

Wergin: Mundpropaganda und redaktionelle Tests im Radio verleihen neuen Produkten und Services wie CarUnity Authentizität und Aufmerksamkeit. Das haben wir auch an den Nutzerzahlen gemerkt. Auch wenn CarUnity primär in der Online-Welt zu Hause ist, beruht ein Großteil des Bekanntheitsgrades doch auf der Mund-Propaganda. Das hat sich vor allem in der Mitarbeiter-Pilotphase am Stammsitz in Rüsselsheim gezeigt, mit der wir gestartet sind. Innerhalb kürzester Zeit war CarUnity omnipräsent auf dem Campus.