• Audio Insight –

  • Branchenexperten im Interview

  • Lufthansa – mit Spaß an der Kreation zu Freude am Umsatz

Wie Audiokampagnen für Touristikunternehmen erfolgreich eingesetzt werden können, welche Rolle innovative Kreation und einzigartige Audio-Brandings spielen und warum Funkspots Spaß machen – das erläutert im Interview Jens Theil, Leiter Kreation bei Kolle Rebbe am Beispiel von Lufthansa. Die Agentur betreut für diesen Kunden die Klassik sowie online die kampagnenbegleitende Kommunikation, weitere Kunden von Kolle Rebbe aus der Travelbranche sind beispielsweise TUI und die Suchmaschine momondo.


  • 1. Richtet sich Lufthansa bei der Mediaplanung grundsätzlich nach externen Kommunikationsanlässen oder nur nach eigenen strategischen Überlegungen?

Theil: Grundsätzlich ist die Kommunikation von Lufthansa im Radio eher vertriebsgetrieben, aber der Vertrieb richtet sich natürlich auch nach äußeren Anlässen wie zum Beispiel dem Ferienbeginn.

  • 2. Was sind für Sie eigentlich die klassischen Stärken von Radio, und welche Funktion erfüllt das Medium im Mediamix von Lufthansa?

Theil: Wir sprechen über Radio klassischerweise dann, wenn wir über Angebote sprechen. Dafür ist Funk ein sehr wichtiges Medium, vor allem weil es zeitlich und geographisch sehr gut aussteuerbar ist. Hier investiert Lufthansa auch durchaus signifikantes Mediageld und gibt Gas.

  • 3. Lassen Sie uns gerne über Ihre Kreation für Lufthansa sprechen. Eine klassische Angebots- und Preiskampagne, und dabei sehr unterhaltsam – was waren Ihre Überlegungen?

Theil: Für die Lufthansa war die neue Kampagne mit dem Claim „Nonstop you“ über alle Gattungen hinweg eine große Veränderung, übrigens auch mit einer ganz tollen Offenheit des Kunden. Und plötzlich war Funk das Medium, das dabei mit am meisten Spaß gemacht hat. So haben wir zum Beispiel durchgedrehte Gedichte erzählt, zuletzt gab es den „Krümel“-Spot, in dem ein durchgeknallter Bürohengst die Hauptrolle spielt. Es entstanden Spots, bei denen wir gesagt haben: toll, dass der Kunde so etwas macht – und es hat auch noch richtig gut funktioniert. Die Spots machten Spaß und wir konnten trotzdem knallhart unsere Nachricht unterbringen. Der Grundgedanke war also sehr klassisch: Du musst den Leuten erst mal Freude bereiten, damit sie dir zuhören.

  • 4. Stichwort kreativ = wirksam? Wie wurde der Impact der Kampagne bewertet?

Theil: Ich habe keine belastbaren Zahlen, aber offenbar sind die Vertriebsergebnisse so eingetreten, wie die Lufthansa sich das vorgestellt hat, denn beim nächsten Mal wurde wieder die gleiche Taktik gewählt.

  • 5. Welche Rolle und Relevanz hatte dabei aus Ihrer Sicht das Audiologo von Lufthansa?

Theil: Ich bin mit kategorischen Empfehlungen etwas zurückhaltend, aber im Fall von Lufthansa ist das schon extrem wichtig gewesen. Wir haben dem Kunden vom Audiologo über die Musik bis zum Off-Sprecher ein neues Branding gegeben, was dazu beigetragen hat, dass man Lufthansa ganz anders wahrnimmt. Dieser Off-Teil war ganz bewusst gewählt. Dass er stringent und homogen daherkommt, war ganz wichtig und trug dazu bei, dass die Marke einen Premium-Auftritt im Werbeblock bekam. So kann man übrigens vorne auch ein bisschen Quatsch machen, wenn man hinten gut sortiert ist.