• Audio Insight –

  • Branchenexperten im Interview

  • Hyper Local Targeting

Johannes Paysen ist seit 2015 Country Manager für Deutschland bei GroundTruth (ehemals xAd). Durch seine Erfahrungen in der Werbebranche sowie im Mobile Marketing hat sich Johannes zum Spezialisten etabliert, wenn es um die Ermittlung hochwertiger Zielgruppen für standortbasiertes Marketing geht. GroundTruth hat Pionierarbeit geleistet bei der mobilen Ansprache von Konsumenten, die sich in Echtzeit im passenden Kontext bewegen sowie bei der Analyse von Orten.

  • Ground Truth ist ein Anbieter von so genannter Location Intelligence. Herr Paysen, was verbirgt sich dahinter und wie können Unternehmen dies in der Ansprache von Konsumenten nutzen?

Hinter Location Intelligence verbirgt sich im Grunde die Analyse und Aufbereitung von Standortdaten. Diese sind der beste Indikator für das Interesse und die Kaufabsicht des Konsumenten. Der Vorteil dabei ist, dass Marken mit diesen Insights die richtigen Kunden zur richtigen Zeit am entscheidenden Ort mit ihrem Werbemittel ansprechen können. Ein Kaufentscheider wird bei uns nicht nur nach demografischen Kriterien bestimmt, sondern zum Beispiel danach, ob dieser regelmäßig Lebensmitteleinzelhändler besucht.
Mit diesem sogenannten Location Targeting können Marken und Shops ihren Umsatz erheblich steigern. Für einen Kunden von uns haben wir somit einer Kampagne einen zusätzlichen Umsatz von 34 Prozent generieren können.

  • Was ist Hyper Local Targeting und worin liegt der Mehrwert für Konsumenten und Unternehmen? Können Sie uns ein „Best Practice“ Beispiel aus Ihrem Unternehmen nennen?

Hyper Local Targeting setzt bei der Identifizierung von potenziellen Käufern und Zielgruppen nicht auf demografische Daten oder die Kaufhistorie, sondern auf den Standort der einzelnen Konsumenten. Diese Daten stehen uns durch verschiedene App-Anbieter vollkommen anonymisiert zur Verfügung, und sind wie oben bereits angemerkt, der beste Indikator für den Intent. Über die Ausspielung von In-App-Werbung können Shops ihre Zielgruppe mit Rabatten oder ähnlichem in die Filiale locken. 
Unser Kunde Mondelez hat zum Muttertag 2018 beispielsweise Kaufentscheider in der Nähe von teilnehmenden Supermärkten mit Werbemitteln für Milka-Pralinen angesprochen und mithilfe einer Wegbeschreibung in die nächstgelegene Filiale geführt. So konnten 32.319 zusätzliche Filialbesuche generiert werden. 45 Prozent davon erfolgten sogar innerhalb von 24 Stunden nach Werbemittelkontakt.
 

  • In welchen Branchen sind Ihrer Meinung nach große Entwicklungspotentiale in Bezug auf dieser Art des Targetings für die gezielte Ansprache von Konsumenten durch Unternehmen vorhanden?

Ich sehe große Entwicklungspotenziale bei Restaurants, um die Ladenbesuche zu steigern. McDonalds hat es in Deutschland bereits vorgemacht, und Konsumenten mit Loactionbased Advertising angesprochen, die beim Wettbewerb waren und mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder in ein Fast-Food-Restaurant gehen würden. Außerdem sehe ich großes Potenzial bei Tourismuszielen wie Berlin oder München, um Attraktionen und Sehenswürdigkeiten zu promoten. 
Eine dritte Branche, die hervorsticht, ist die Automobilindustrie. Hier geht es größtenteils um die Ansprache von Autointeressierten, die sich bereits im Entscheidungsprozess befinden. Grundsätzlich empfiehlt es sich, vor allem die Konsumenten anzusprechen, die sich im Marketing Funnel in der Consideration-Phase befinden. So wird das Vertrauen in die Marke gestärkt. Allerdings muss man natürlich immer auch bedenken, dass die Generation der Millenials anders tickt als der Best Ager und das Smartphone unterschiedlich intensiv genutzt wird. 

  • Wo sehen Sie Überschneidungen Ihres Themengebiets mit Audio für eine gezielte und vollumfängliche Ansprache der Konsumenten?

Überschneidungen mit Audio sehe ich in der Ausspielung von Radiowerbung. Diese kann man natürlich auf ein bestimmtes Sendegebiet begrenzen und dort alle Hörer ansprechen. Oder man setzt auf eine Audioaktivierung in potenzieller Reichweite des Werbetreibenden, identifiziert auch hier beispielsweise die Kaufentscheider und spielt ihnen Audiospots für FMCG-Brands aus, sobald sie in einem Umkreis von zwei Kilometern zum nächsten Supermarkt sind.